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Einleitung

Manch einer wird sich fragen, warum ich "Links" in Anführungszeichen setze, wenn ich von einem Antisemitismus von "Links" spreche. Wer sich im politisch linken Spektrum einordnet, steht eher für soziale Gerechtigkeit, Akzepzanz der Gleichheit von Menschen unabhängig ihrer Herkunft, Ethnie, sozialem Status usw. Antisemitismus steht dem entgegen. Natürlich muss man Israels Politik kritisieren, der rapide Anstieg unsachlicher und vor allem einseitiger Kritik lässt allerdings vermuten, dass hinter der "linken" Fassade sich antisemitische Ressentiments befinden.

Methodisch unterscheide ich zwischen einem "linken" Alltagsantisemismus und einem ideologisch-linken Antisemitismus.

Unter einem ideologisch-linken Antisemistismus verstehe ich Antisemitismus, der sich zum Beispiel einer linken Kapitalismuskritik, USA-Kritik, Kolonialismustheorien undifferenziert bedient, um Israels Politik zu kritisieren. Bei den Akteuren handelt es sich also um eher um Menschen, die sich intensiver auch in theoretischer Hinsicht mit der Thematik auseinander setzen.

Unter "linkem" Alltagsantisemitismus verstehe ich eine antisemitische Haltung, die sich äussert bei Menschen, die sich als politisch "links" bezeichnen, ihren Antisemitismus als Kritik an Israel verbrämen, ohne dies aber mit linken bzw. sogar sozialistischen Theorien zu begründen. Dieser Antisemitismus hat meines Erachtens deutlich zugenommen, der Bösewicht ist ausschließlich Israel, vermeintlich "linke" Kritik an Israel bedient sich antisemitischer Stereotype. Dieser Alltagsantisemitismus zeichnet sich auch aus durch eine erstaunliche Ignoranz und Empathielosigkeit gegenüber des Massakers am 7. Oktober 2023 im besonderen und der Empfindsamkeit der Israelis aufgrund der Shoah im Allgemeinen.

Insbesondere in den Diskussionsforen sozialer Medien zeigen sich diese Antisemitismusformen. Selbstberständlich gibt es zwischen den beiden von mir unterschiedenen linke Antisemitismusformen Mischformen, eine klare Grenzziehung ist nicht immer möglich.