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Die Charta der Hamas

Einleitendes

Die Charta der Hams badarf einer besonderen Betrachtung, da diese grundlegend nicht nur für die Hamas ist, damit auch für deren Politik und Haltung gegenüber Israels. Wie hier in den Fallbeispielen aus den sozialen Medien gezeigt, gibt es einige Fehlannahmen, eine wesentliche ist, dass 2017 angeblich die Hamas Israel anerkannt habe. Das 2017er Papier und dessen Stellenwert diskutiere ich im Anschluss. Für diesen Zusammenhang ist es erst einmal wichtig festzuhalten, dass die alte Charta weiterhin ihre Gültigkeit hat, deswegen eben nicht einfach übergangen werden darf.

Widerlegt werden insbesondere Aussagen, dass die Hamas bzw. ihre Charta säkularen Ursprungs sind, ihr kein genozidaler Gedanke zu Grund liegt und dass die Charta nicht antisemitisch sei.

Natürlich ist es nicht notwendig, die gesamte Charta abschnittsweise zu analysieren. Ich beschränke mich auf die für den Sachverhalt hier notwendigen Themenkomplexe.

Ein paar wenige inhaltliche Bemerkungen vorab:

Jeder, der sich mit religiösen Schriften der drei monotheistischen Religionen auch nur ansatzweise beschäftigt hat, weiss dass es

Wie kommt es zu unterschiedlichen Aussagen über Juden im Koran?

Das Mohammed von Mekka nach Medina zog, ist allgemein bekannt. Die unterschiedliche Bewertung des Judentums zu damaliger Zeit hängt eng mit dem religiösen Gemeinschaften in den beiden Städten ab, die auch zur Flucht von Mekka nach Medina (dem damaligen Jahtrib) führten. Sein Monotheismus hatte in Mekka keine Chance, dort herrschte die Vielgötterei, er und seine Anhänger wurden bedroht und vertrieben.

In Medina war die Situation anders, der jüdische Monotheismus war hier tiefer verankert. Allerdings ließen sich die Juden nicht zum Islam konvertieren, was dann zu Feindseligkeiten, Vertreibung, Gewalt und Mord führte. Nur ein Beispiel: Ein Heer zog aus Mekka nach Medina und belagerte die Stadt. Als die Mekkaner erfolglos abzogen, beganmn der Krieg gegen die vermeintlichen inneren Feinde. Dem Judenstamm der Qurayza wurde der Krieg erklärt. So wurde dieser Stamm belagert. Zuvor hatte Muhammed bereits andere jüdische Stämme vertrieben. Als die Lage der Qurayza aussichtslos war, baten diese um gleiche Behandlung (also Vertreibung). Dies wurde abgelehnt, der Hass auf Juden war inzwischen gewachsen. Letztlich ergaben sich die Juden, Männer wurde von Frauen und Kindern getrennt. Die Männer wurden umgebracht, Frauen und Kinder gefangen genommen und auf dem Markt versteigert. Die Männer (ca 600-900) wurden öffentlich enthauptet, nur vier retteten ihr Leben durch Konversion zum Islam.(1) Entsprechend dieser Erfahrungen finden sich im Koran diverse judenfeindliche Suren, die in der Charta der Hamas wieder auftauchen.

Wenn Juden (und auch Christen) nicht bekämpft oder vertrieben worden sind, mussten sie ihren Aufenthalt durch eine Kopfstuer erkaufen. Der Koran nennt die auf diese Weise geduldeten Nicht-Muslime "Dhimmis". Diese wurden auf vielfache Weise diskriminiert, beispielsweise durch das Tragen demütigender Kleidung, Nutzung von Eseln statt Pferden u. ä.

So heisst es in der Sure 9, Vers 29:

Ringt gegen diejenigen unter den Leuten der Schrift, die nicht an Allah (allein) und an den Jüngsten Tag glauben, die nicht verbieten, was Allah und Sein Gesandter verboten haben, und die nicht die wahre Religion (des reinen Monotheismus) anerkennen, bis sie die Dschizya(-Steuer) eigenhändig und in Akzeptanz entrichten.

Dass mit "wahrer Religion" ausschliesslich der Islam gemeint ist, wird im folgenden Vers deutlicher (Vers 30):

Die Juden sagen: "Uzair ist der Sohn Allahs", und die Christen sagen: "Der Messias ist der Sohn Allahs." Dies sind ihre erfundenen Worte. Sie ahmen damit die Reden der Ungläubigen nach, die vor ihnen waren. Allahs Fluch über sie. Wie können sie derart (von der Wahrheit) abweichen?

Koranverse stammen aus der Übersetzung von P. Adem Périsset, online abrufbar hier, zuletzt am 2. 1. 2026.

Das System der Kopfsteuer wurde bis ins 19. Jahrhundert beibehalten.(2)

Wie fundamental-islamistisch ist die Charta?

Zitatnachweise: Alle hier aufgeführten Zitate stammen aus der Charta der Hamas, zitiert nach diesem Link, letzter Aufruf am 9. 1. 2026.

Bereits der Titel lässt keinen Zweifel am islamistischen Bezug, bereits das Datum zeigt die Judenfeindschaft, denn es wird verwiesen auf den 18. August 1988 nach christlicher und auf den ersten 1. Muharram 1409 nach islamischer Zeitrechnung, es findet sich aber kein Verweis auf jüdische Zeitrechnung.(3)

 

 

 

Anmerkungen

(1) Bouman, Johan: Der Koran und die Juden. Die Geschichte einer Tragödie, Darmstadt 1990, S. 83ff.

(2) Vgl. Ourghi, Abdel-Hakim: Die Juden im Koran. Ein Zerrbild mit Folgen, 3. Aufl. München 2023, S. 55.

(3) Vgl. die Charta der Hamas, zitiert nach diesem Link, letzter Aufruf am 9. 1. 2026. Die islamische Zeitrechnung beginnt mit dem Auszug Mohammeds von Mekka nach Medina im Jahr 622 nach christlicher Zeitrechnung. Die Monate sind im islamischen Kalender kürzer, sie kennen nur 29 oder 30 Tage (Mondkalender).