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Gedenkorten

 

Das Mahnmal selbst hat auch eine Vorgeschichte. Die Geschichte des Ortes geriet zunächst in Vergessenheit. Es waren einmal mehr engagierte Bürger, die Geschichtswerkstatt und Initiativen, die auf den Ort aufmerksam machten. Mitte der 80er Jahre wurde der Ort u. a. durch temporäre Aktionen (mobiles Museum) und Auftritten von Initiativen in der Öffentlichkeit bekannt. Ein Mahnmal wurde gefordert, was der Berliner Senat seinerzeit ablehnte.

Er kaufte die Skulptur "Berlin Curves" von Richard Serra an, die sich erst vor dem Martin-Gropius-Bau als Bestandteil einer temporären Ausstellung beunden hatte. Die Skulptur wurde 1988 aufgestellt, die Empörung war zu Recht groß. Als Kompromiß wurde die Skulptur umgewidmet, eine im Boden eingelassene Bronzetafel hinzugefügt, die sich aber nicht in unmittelbarer Nähe der Skulptur befindet, somit leicht zu übersehen ist.

Der Text der Tafel: "Ehre den vergessenen Opfern An dieser Stelle, in der Tiergartenstraße 4, wurde ab 1940 der erste nationalsozialistische Massenmord organisiert, genannt nach dieser Adresse: "Aktion T 4". Von 1939 bis 1945 wurden fast 200 000 wehrlose Menschen umgebracht. Ihr Leben wurde als "lebensunwert" bezeichnet, ihre Ermordung hieß "Euthanasie". Sie starben in den Gaskammern von Grafeneck, Brandenburg, Hartheim, Pirna, Bernburg und Hadamar: sie starben durch Exekutionskommandos, durch geplanten Hunger und Gift. Die Täter waren Wissenschaftler, Ärzte, Pfleger, Angehörige der Justiz, der Polizei, der Gesundheits- und Arbeitsverwaltungen. Die Opfer waren arm, verzweifelt, aufsässig oder hilfsbedürftig. Sie kamen aus psychiatrischen Kliniken und Kinderkrankenhäusern, aus Altenheimen und Fürsorgeanstalten, aus Lazaretten und Lagern. Die Zahl der Opfer ist groß, gering die Zahl der verurteilten Täter."

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