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Natürlich darf auch Michelangelos Pietà aus dem Dom nicht in der Ausstellung fehlen. Um das Werk zu verstehen, muss man ein wenig die damalige Lebenssituation des Künstlers beleuchten.

1547 trauerte der fast 80 Jahre alte Michelangelo um seine Freundin Vittoria Colonna. Um diese zu bearbeiten, die Unerbittlichkeit des Todes auszudrücken, schuf er verschiedene Pietàs: Als zweite die Pietà di Palestrine (zu sehen in der Galleria dell' Accademia) und dann die Pietà Rondanini, ausgestellt in einem Museum in Mailand.

Bereits in seiner Jugendzeit hatte sich Michelangelo mit diesem Sujet beschäftigt, aber hier handelt es sich um eine vollkommen neue Interpretation, der leblose Körper Christi wird zusätzlich gestützt von Heiligen oder Engeln. Hier sind es die Jungfau Maria und Maria Magdalena links und rechts. Zur Jesus Rechten ist Maria Magdalena dargestellt, sie nimmt den Platz ein, der in der klassischen Ikonographie der Jungfrau vorbehalten war. Die Hauptfigur stellt Nikodemus dar, einen konvertierten Pharisäer. Der Überlieferung nach war dieser ebenfalls Bildhauer. Michelangelo stellte aber auch sich selbst dar: Die Gesichtszüge des Nikodemus sind die von Michelangelo.

Mit der Pietà del Duomo wollte Michelangelo sein eigenes Grabmonument schaffen, er begann mit seiner Arbeit 1547 und endet damit 1555 unvollendet, er beschloß, das Kunstwerk wieder zu zerstören. Der ausgewählte Marmor war zu unrein und extrem hart, darüber hinaus fiel Michelangelo in eine depressive Krise, die ihn im Alter häufiger und heftiger heimsuchten.

Sein Diener Urbino forderte ihn immer wieder auf, die Skulptur zu vollenden. Michelangelo beschloss, sie nicht zu vollenden und schlug wahllos mit einem Hammer auf sie ein.

Dem florentiner Künstler und Architekten Francesco Bandini gelang es, die Skupltur zu kaufen. Er restaurierte und besserte die schadhaften Stellen aus. Die Skulptur befand sich fortan in seiner Villa in Rom. Die Skulptur wurde erfolglos für Michelangelos Grab in Santa Croce zurück gefordert. Erst Grossherzog Cosimo III. holte sie nach Florenz zurück. Zuerst wurde sie in San Lorenzo aufgestellt, 1722 wurde sie in den Dom überführt. Seit 1981 schließlich befindet sie sich im Museum.

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