Die sg. "Heldensäule" (Pillar of Heroism) erinnert an den jüdischen Widerstand. An ihr befindet sich eine Inschrift mit den Worten: "Jetzt und in in ewiger Erinnerung an diejenigen, die Widerstand leisteten in Konzentrationslagern und Ghettos, in den Wäldern kämpften, im Untergrund und zusammen mit den alliierten Streitkräften, mutig ihren Weg nach Israel, und starben heilig im Namen Gottes."

Diese Inschrift muß im Kontext der politischen Kultur in Israel verstanden werden. Israel baut(e) seine Daseinsberechtigung auf den Holocaust auf, davon zeugen die Auswahl des Standortes der Gedenkstätte Yad Vashem (vgl. meinen Einleitungstext) sowie die alte Ausstellung im Museum. Man zeigte dort die Anfänge des Antisemitismus, ausführlich den Nationalsozialismus und Holocaust.
Die Ausstellung endete mit Bildern mit der Staatsgründung Israels und dem Hinweis, daß es noch immer Antisemitismus gibt, belegt durch ein Foto mit Hakenkreuzschmierereien auf einem jüdischen Friedhof. 2002 wurde ein neues Museum eröffnet, dort endet die Ausstellung über den Holocaust nach der neuen "Halle der Namen" mit einem Balkon, der eine Panoramaaussicht auf Jerusalem bietet.

die zentrale Gedenkhalle in Yad Vashem, die sg. "Hall of Remembrance", mit ewiger Flamme. Am Boden befinden sich die Namen von 22 größeren Konzentrationslagern in grober geographischer Anordnung.

Vor der ewigen Flamme befindet sich eine Urne mit Asche von Ermordeten.

Hier ist das den 1,5 Millionen jüdischen Soldaten und Partisanen gewidmete Mahnmal von Bernie Fink zu sehen, das 1985 eingeweiht wurde. Vor dem Mahnmal befindet sich ein abgesenkter Platz in der Form einer Menorah (dem siebenarmigen Leuchter). Das Monument besteht aus sechs Granitblöcken (sie symbolisieren die sechs Millionen ermordeten Juden), die im Innern einen Davidsstern bilden. Dieses "Fenster" wird von einem großen Schwert geteilt als Symbol des Kampfes gegen die Unterdrückung und den Völkermord. Am Denkmal befindet sich folgende Inschrift: "Ehre den jüdischen Soldaten und Partisanen, die gegen Nazideutschland kämpften" in Hebräisch, Englisch, Russisch, Französisch und Jiddisch.

Das in der Fläche größte Mahnmal stellt das "Tal der zerstörten Gemeinden" dar mit einer Fläche von ca. 2,5 Hektar. Hier ist eine Aufsicht zu sehen auf dem Weg zum Eingang. Religiös wird Bezug genommen auf das Buch Ezechiel. Dort heißt es in 37,1-2: "Die Hand des Herrn legte sich auf mich, und der Herr brachte mich im Geist hinaus und versetzte mich mitten in die Ebene, die voll von Gebeinen war." 37, 2: "Er führte mich ringsum an ihnen vorüber, und ich sah sehr viele über die Ebene verstreut liegen, sie waren ganz ausgetrocknet." Weiter in 37,12: "Deshalb tritt als Prophet auf und sage zu ihnen: So spricht Gott, der Herr: Ich öffne eure Gräber und hole euch, mein Volk, aus euren Gräbern herauf." Ideologisch wird hier ebenfalls der Weg vom Holocaust zum Staat Israel beschritten.

Das Mahnmal ist begehbar, hier ist der Eingang zu sehen. Das Projekt wurde initiiert von Dr. Yitzhak Arad, dem Direkor von Yad Vashem und entworfen vom Tel Aviver Architekturteam Lippa Yahalom und Dan Zur. Auf sehr eindrucksvolle Weise werden die Namen der ungefähr 5000 zerstörten jüdischen Gemeinden Europas und Nordafrikas präsentiert.

Idee war es, die Konstruktion der Zerstörung zu visualisieren. An 107 Wänden, eingebettet in behauenen Stein als Symbol der Zerstörung, werden in etwa 5000 Orte erwähnt mit ehemaligen jüdischen Gemeinden Europas und Nordafrikas. Die Wände sind bis zu knapp 10 Meter hoch, ihre Anordnung entspricht grob der Landkarte Europas und Nordafrikas. So besucht man quasi ein Labyrinth zerstörter jüdischer Gemeinden. Die Schriftgröße korrespondiert mit der Größe und Bedeutung der jeweiligen jüdischen Gemeinde.

Hier ein Blick in einen der Bereiche mit den großen Wänden und Tafeln mit Ortsnamen zerstörter jüdischer Gemeinden.

Dies ist sozusagen die "Deutschlandkarte" der zerstörten jüdischen Gemeinden.

Diese Gedenksteine legten die Teilnehmer eines weltweiten Treffens Überlebender des Holocaust im Juni 1981 in einer Höhle nieder.

Dieses Mahnmal war 1994 noch im Bau, deswegen nur schwer zugänglich. ein Güterwaggon gehört auch zur typischen Holocaust-Ikonographie.

 

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