Sitemap Impressum/Datenschutzhinweis
die neue Sakristei in San Lorenzo

Für eine größere Ansicht der Fotos klicken Sie bitte auf die Fotos

Placeholder imageBild 1

Placeholder imageBild 2

Placeholder imageBild 3

Placeholder imageBild 4

Placeholder imageBild 5

Placeholder imageBild 6

Placeholder imageBild 7

Placeholder imageBild 8

Placeholder imageBild 9

 

Bei der neuen Sakristei handelt es sich um einen kleineren Raum, der aber von Michelangelo gefüllt ist. Auftraggeber war der Papst Leo X. er wollte seine Vorfahren in einer Kapelle ehren: den Vater Lorenzo und seinen Onkel Giuliano. Bei diesen Namen ist zu beachten, dass man früher Vornamen zu Ehren anderer Familienmitglieder erneut vergeben hatte, so dass man beispielsweise auf den Namen "Lorenzo" bei den Medici häufiger trifft. gemeint sind hier der Herzog von Nemours (Guiliano) und den Herzog von Urbino (Lorenzo). Diese Namen tauchen in der Sakristei jeweils zweimal auf.

Verwirklicht wurde die Sakristei dann vom Medici-Papst Clemens VII. um 1520, Michelangelo wurde beauftragt. Insgesamt arbeitete er ca. 14 Jahre an der Kapelle. Aufgrund politischer Unruhen führten dazu, dass Michelangelo nach Rom ging. Fertiggestellt wurde die Kapelle schließlich von Giorgio Vasari und Bartolomeo Ammannati.

Es handelt sich um eine kubusförmigen Raum mit einer Kuppel, Michelangelo hielt sich an den Maßen Brunelleschis. Ebenso wie in der Bibliothek Laurenziana ist die Architektur geprägt von einem Bildhauer. Wandpfeiler, Gesimse, Fenster mit dreieckigem Tympanon von Michelangelo setzen dem Raum etwas entgegen, der diesem dadurch die Spannung verleiht.

Die beiden Herzöge sind in den prächtigen Grabmälern an den Seitenwänden vom Altar aus betrachtet begraben. Gegenüber dem Altar befindet sich ein einfacherer Sockel ohne aufwämndige Wandverkleidung als GRab für Lotrenzo de Meci (dem Prächtigen) und seinem Bruder Guiliano.

 

.

 

Bild 1: der Raum, links der Altar, rechts daneben das Grabmal des Herzos von Nemours (Guiliano de Medici), dem Altar gegenüber auf der rechten Bildseite befindet sich der einfache Grabsockel mit Lorenzo de Mdedici (der Prächtige) und seinem Bruder Guiliano.

Bild 2: das einfache Grab mit Lorenzo de Medici und Guilano de Medici. Die Sulptur in der Mitte zeigt die Madonna mit Kind von Michelangelo aus dem Jahr 1521. Der melancholische Gesichtsausdruck springt ins Auge, gepaart mit einem sehr kräftig gestalteten Jesuskind. Links davon befindet sich eine Darstellung der heiligen Cosmas, rechts der heilioge Damian, Schutzheilige des Hauses Medici. Es handelt sich um Werke der Michelangelo-Schüler Giovan Angelo da Montorsoli (Cosmas) und Raffaello da Montelupo (Damian).

Die Leichnahme wurden aus der alten Sakristei überführt, das Grabmonument (ebenfalls von Michelangelo entworfen) wurde nie fertiggestellt. Guiliano de Medici wurde während des Pazzi-Aufstandes 1478 im Dom ermordet, Lorenzio der Prächtige verstarb 1492.

Bild 3: das Grabmal von Guilano, Herzog von Nemours. Er ist der Sohn von Lorenzo dem Prächtigen und Bruder des Papstes Leo X. Er verstarb 1516 mit 38 Jahren. Der Herzog wird im Feldherrengewand ohne Kopfschmuck dargestellt, geschützt mit Rüstung, er hat seinen Kommandostab dabei. Der Kopf ist aufmerksam nach rechts gerichtet. Die Philosophie lehrte, dass der Mensch aus Handeln und Denken sei. Zielbewusstes tätiges Lben (vita activa) verkörpert durch diese Darstellung, steht der vita contemplativa, verkörpert durch die Darstellung Lorenzos gegenüber.

Zu Füßen des Herzos liegen auf dem Sarkophag links eine Darstellung des Tages (rechts) und der Nacht (links). Analog hierzu auf dem Sarkophag Lorenzos der Morgen und der Abend. Die Nacht wird durch eine junge athletische FRau verkörpert, ausgestattet mit Attributen der Nacht wie beispielsweise ein Diadem mit Halbmond, einer Eule, schlafördendes Mohn sowie mit einer Fratze, die Albträume symbolisiert.

Das Gesicht der männlichen Figur ist unvollendet, das Gesicht ist dem Betrachter zugewandt. Die Körperhaltung ist analog zur Nacht, der erhobene Kopf blickt in die Sonne.

Michelangelo spielte auch mit den Farben des Marmors: Dies errecihte er durch unterschiedliche Behandlung der Oberflächen. Die Nacht ist geschliffenen, erstrahlt dadurch in einem helleren (Mondlicht)-Weiß als die raue Oberfläche des Tages, die dadurch wärmer erscheint.

Bild 4: das Grabmal von Lorenzo de Medici, Herzog von Urbino. Es war der Sohn von Piero il Fatuo, er starb im Alter von 28 Jahren 1519. Er ist der Vater von Allesandro, dem ersten Herzog von Florenz.

Lorenzo ist nachdenklich dargestellt, verkörpert die vita contemplativa. Aber auch er hat die Kleidung eines Herrschers. Die Allegorien der Tageszeit sind die des Abends und des Morgens. Übergangszeiten, die Ruhe und eben Kontemplation assoziieren lassen. Rechts zu Füßen Lorenzos liegt der Morgen als weibliche Allegorie. Die gebeugte Arm- und Beinhaltung deuten ein morgendliuches Ausstrecken nach dem Erwachen an.

Bild 5: der nachdenkliche Herrscher Lorenzo de Medici, Herzog von Urbino. Im Vordergrund die Allegorie des Abends.

Bild 6: der Heiligie Cosmas des Michelangelo-Schülers Giovan da Montorsoli

Bild 7: die Allegorie des Abends

Bild 8: der Altar der neuen Sakristei. Die Kandelaber wurden von Michelangelo entworfen. ER rechte Kandelaber wurde Silvio Cosini angefertigt, der linke ist eine Kopie aus dem Jahr 1741, ursprünglich gerfertigt vom Michelangelo-Schüler Girolamo Ticciati.

Bild 9: die Krone der Laterne, ebenfalls ein Entwurf Michelangelos. Michelangelo wählteals Form u. a. 60 Dreiecke, die zu dieser Form zusammen gesetzt worden sind. 1525 wurde die Krone angefertigt von Giovanni di Baldassare, einem Florentiner Goldschmied und Freund des bekannten Benvenuto Cellini.