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Gedenkorten

 

Beim Gang durch die Betonstelen empfinde ich obiges kaum und letztlich nichts, was mich in irgendeiner Weise an den Holocaust erinnert. Kinder und Jugendliche, aber auch so manche „Erwachsene“ spielen „Verstecken“, erschrecken mit lautem „Buh !“ die Begleitpersonen. Andere turnen auf den Stelen herum, springen von Stele zu Stele (im Berliner Tagesspiegel vom 17. Mai 2005 ist ein Foto mit einem Kind zu sehen, das einen Kopfstand auf einer der Stelen macht). Junge Mütter hieven ihre Kinder auf die Stelen, sind beim Springen von Stele zu Stele behilflich.

Am westlichen Ende Richtung Tiergarten picknicken Besucher auf den flachen Stelen, diverses Papier allzu bekannter Fast-Food-Ketten macht sich auf dem Boden breit, das östliche Ende wird von Eiswagen angefahren. "Hauptstadt-Brezeln" werden angeboten, auch die Obdachlosenzeitung "Die Stütze" kann man käuflich erwerben. Andere klettern auf die Stelen, um sich einen Überblick über das Gelände zu verschaffen. Erschreckend, wie unbefangen und unsensibel mit dem Mahnmal umgegangen wird, obwohl die Hausordnung an den vier Ecken im Boden eingelassen ist und viele Besucher durchaus wissen, um was es sich bei diesem Bauwerk handelt. Und man verschärfte noch das Versammlungsrecht, als die rechtsextreme NPD am Mahnmal eine Demonstration angemeldet hatte ! Man argumentierte, dass eine Demonstration die Würde der Opfer verletze…

Das bunte Treiben ist inzwischen öffentliches Thema, im Berliner Tagesspiegel vom 18. Mai 2005, ist erneut ein längerer Artikel über diese Thematik zu lesen. Es fehle das Geld für weitere Sicherheitskräfte, außerdem sei das bunte Treiben ein Zeichen dafür, dass man das Mahnmal angenommen habe.

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